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Patrick's Blog
Freitag, 19. März 2010 - 13:05 Uhr
Zum Schluss
Einen spannende Reise fand gestern ihr Ende. Die Zeit des Revuepassierens, des Nacherleben der Ereignisse, des resümierens ist gekommen. Viele Gedanken schiessen durch den Kopf, viele Fragen stellen sich. Die am meisten gestellte Frage unter den Teilnehmern ist: "Würdest du diese Rally nochmals machen?". Zu diesem Zeitpunkt eine sicher unfaire Frage. Am Ende einer Rally ist jeder froh, will nach Hause, weg von der Strasse. Und doch fragt man sich, würde ich? Im Moment würde ich diese Frage wohl eher mit Nein beantworten. Es war eine spannende Zeit mit vielen neuen Eindrücken. Doch für mich etwas zuwenig attraktiv. Weshalb? Patagonien ist eine endlose Weite wie wir sie in der Schweiz nicht kennen. Das macht es interessant. Wenn man jedoch mehr als eine Woche durch diese Weite fahren muss, dann ist dies eher eine Aufgabe als ein Vergnügen. Nichtsdestotrotz möchte ich diese Teil der Rally missen. Denn erst so wird einem wirklich bewusst, wie gross das Land Argentinien wirklich ist. Noch nie in meinen Leben bin ich so lang so geradeaus gefahren! Es ist auch eine Zeit der Besinnung. Denn in der monotonen Einöde ohne äusserliche Ablenkung hat man sehr viel Zeit sich Gedanken über alles mögliche zu machen. In einigen Reisebüchern wird sogar darüber berichtet, dass Reisende durch Patagonien den Freitod gewählt haben... Dies ist ein Thema wenn man mit den Leuten hier spricht. Zum Glück ist hier keiner Selbstmord gefährdet und so haben wir es alle überlebt.
Der zweite Teil der Reise war dann schon etwas spannender. Die Landschaft war zum Teil sehr spektakulär! Wilde zerklüftete Berge, bedeckt mit Schnee und Gletschern, Seen, riesigen Wäldern und viele Nutztiere. Für die meisten Reisenden sicher ein überwältigender Anblick. Für uns Schweizer wohl etwas weniger, denn wir kennen das von Zuhause. Die Wiesen und Wälder sind etwas grösser, etwas mehr Berge, doch die Vegetation ist unserer sehr ähnlich. Wir trafen ein Schweizer Ehepaar und die sagten sie kämen gerne nach Patagonien, weil es sie an die Schweiz erinnere... Wenn ich ins Ausland gehe, dann will ich etwas sehen das wir in der Schweiz nicht haben! Aber so sind eben die Interessen verschieden.
Die Strassen
Es gibt grundsätzlich zwei Strassen in Patagonien, die asphaltierte und die Schotterstrasse. Der Schotter ist für Mensch wie Maschine sehr beanspruchend. Das Auto leidet durch die vielen kleinen Schläge, der Mensch durch den Lärm und vorallem den Staub. Ich werde wohl Wochen brauchen um den Staub aus dem Auto zu putzen... Und wie ich schon erwähnt habe, es gibt sehr viele Strecken welche einfach geradeaus gehen, für Stunden. Für uns ungewöhnlich und eine Herausforderung für sich.
Das Essen
Viele gehen mit mir einig, ^wegen dem Essen kommt keiner nach Patagonien. Es ist gut, keine Frage, aber nicht speziell. Fleisch ist natürlich die Hauptstärke. Leider essen sie die Steaks immer gut durchgebraten. Und wenn man es anders bestellt ... kommt es trotzdem gut durchgebraten. Auch die anderen Spezialitäten wie Empanadas, Tortillas etc sind empfehlenswert. Aber man darf keine grossen Würfe erwarten.
Die Menschen
Auffallend ist die Ruhe der Menschen, und die Freundlichkeit. Klar haben wir den Bonus der alten Autos, dieser wirkt überall auf der Welt, bei fast allen Menschen. Doch die Hilfsbereitschaft, trotz der Sprachbarriere war gross. Und immer freundlich. Auch hatte ich zu keiner Zeit das Gefühl dass es irgendwie unsicher wäre, oder dass ich mich gar bedroh fühlte. Absolut nicht. Im Gegenteil. Ich hatte absolut keine Probleme damit mein Auto "offen" zu parken, nichts wirklich zu verstauen und essen zu gehen. Da würde ich wohl sogar in der Schweiz die Sachen eher im Auto verstecken...
Die Architektur
Was mich am meisten erstaunt hat ist die Architektur. Es ist ein junges Land, das sieht man. Die zum Teil sehr moderen Architektur ist schon beeindruckend. Vorallem im Süden. Da standen neben "normalen" Häusern solche mit vielen Ecken, hohen Dächern, riesigen Fenstern, verschiedensten Materallien und Farben. Für mich sehr interessant. In den Städten herrscht natürlich ein anderes Bild. der Einschlag der Kolonialzeit ist sehr gross. Imposante Gebäude verrotten zum Teil weil die Restaurierung oder Instandhaltung Unmengen von Geld verschlingen würde. Schade eigentlich.
Was in diesm Zusammenhand noch erwähnenswert ist ist die Tatsache, dass die Städte alle ziemlich ähnlich aufgebaut sind. Die Strassen teilen die Städte in rechteckige Blöcke und sind sehr oft Einbahnstrassen. Eine Strasse von links, die Nächste von rechts, immer weiter. Dies macht das Herumfahren ziemlich einfach, finde ich. der Verkehr fliesst auch zügiger. Ein sehr interessantes Konzept.
Fazit
Patagonien ist eine Welt für sich. Eine Herausforderung und Erholung zugleich, wild, rauh und doch in ihrer Art herzlich. Die Gegensätze sind so gross wie verbindend. Das Eine würde ohne das Andere an Wirkung verlieren, ohne jedoch davon abhängig zu sein.
Patagonien ist definitiv eine Reise wert.
Jetzt bleibt mir nur noch mich von euch Leserinnen und Lesern zu verabschieden. Danke für's verfolgen der Rally, für eure Kommentare und bis zum nächsten Mal.
Alles Gute
Patrick
Donnerstag, 18. März 2010 - 17:58 Uhr
Einmal Container und zurück

Die Fahrt zum Verlad in die Container dauerte etwa 35 Minuten und führte uns hoch über die Stadt! Der ganze Prozess dauerte dann etwa 4 Stunden. Und was haben wir gemacht ... gewartet. Dann wurden die Chassis-Nummern kontrolliert, das wars schon. Morgen werden die Autos dann in die einzelnen Container verladen.
Good buy Chevy!
Donnerstag, 18. März 2010 - 17:57 Uhr
Der letzte Fahrtag

Km heute: 402
Km total: 9679
Als ob das Wetter es gewusst hätte, einfach perfekt! Schon am morgen früh viel Sonne, keine Wolke am Himmel (und es sollte auch den ganzen Tag so bleiben), angenehme Temperaturen, alles gepackt und verstaut, ein voller Tank. So nahmen wir den letzten Fahrtag in Angriff. Nach zehn Minuten schon der erste Stau! Eine Demonstration. Was mich am meisten imponiert hat ist die Tatsache, dass zwei Verkehrshütchen genügten um einen Fahrstreifen für zwei Kilometer zu sperren. Diese Disziplin ist schon erstaunlich. Naja, der Stau war dann auch bald vorüber und die Fahrt ging flott voran. Auf der Autobahn gab es dann auch keine besonderen Vorkommnisse und bald einmal erreichten wir die Anden. Diese standen uns ja quasi im Weg um nach Valparaiso zu gelangen. So kletterten wir allmählich hoch, an hustenden Lastwagen vorbei welche sind da hoch quälten. Wir hingegen genossen die wunderbare Aussicht, der Chevy leistete seinen Dienst bereitwillig und ohne irgendwelche Beanstandungen. Es ging hinauf auf etwas über 10'500 Fuss (3200 Meter) über Meer. Die Luft wurde immer dünner, die Leistung des Motors fiel etwas ab. Und sollten wir aus irgendeinem Grund mal anhalten musste ich ziemlich Gas geben damit der Motor nicht abstirbt. Ich hätte ja den Vergaser anpassen können, das lohnt sich jedoch nicht für so eine kurze Zeit. Oben angekommen galt es dann die Grenze zu Überqueren, sprich Papierkrieg. Und diesesmal war es einer. Aus irgendeinem Grund konnten sie sich nicht entscheiden wann ich alle Stempel hatte. Man schickte mich zweimal durch alle Positionen. Und am Schluss hatte ich auf einem einzigen Formular sieben(!) Stempel. Ich lies dies in aller Ruhe über mich ergehen, denn die Leute waren sehr hilfreich und freundlich. Und nach einer halben Stunde war auch dies erledigt und wieder fuhren wir los. Diesmal auf der chilenischen Seite, diesmal runter. Und es ging ziemlich steil hinunter! 30 Kurven brachten uns dann in die erste Ebene wo es wieder mal etwas länger flach war. Ein überragender Blilck bot uns, gepaart mit dem wolkenlosen Himmel, der angenehmen Temperatur und dem Wissen dass es der letzte Fahrtag ist, genoss ich jeden Augenblick. Wir hatten es nicht eilig. So assen wir in einem Restaurant noch zu Mittag (es war mittlerweile bereits 15 Uhr), wo wir noch zwei andere Teilnehmer trafen. Kurz darauf jedoch verliessen sie uns, wir sollten sie dann später wieder einholen. Das Essen war gut und preiswert, wie immer. Und kaum waren wir wieder unterwegs traffen wir die zwei Teilnehmer wieder. Der Mercedes hatte ein Problem mit dem Alternator, der NSU hatte kurz vorher einen Platten eingefahren. Leider passieren diese Dinge auch am letzten Fahrtag. Beide schafften es dan mit etwas Verspätung ins Hotel! Um 23 Uhr waren ALLE Autos im Hotel angekommen, wir haben es gaschafft!!!!
Heute bringen wir die Autos zum Hafen...
Mittwoch, 17. März 2010 - 01:35 Uhr
Plan b,c,d...

Km heute: 1468
Km total: 9277
Ich war die letzten zwei Nächte unterwegs, deshalb konnte ich meinen Weblog nicht updaten. Auch werde ich die letzten Zwei Tage nicht unterteilen, sondern alles auf einmal abliefern...
Der letzte Stand war, dass ich das linke vordere Rad machen lassen musste, sprich das Radlager. Conrad, der Organisator der Rally, hatte seinen 60er Jahre Alpha in Buenos Aires total revidieren lassen und hat seitdem nichts anderes als Probleme mit dem Auto. So kam es, dass wir einen Mechaniker in Bariloche fanden der sich unserer Autos annahm. Und das an einem Sonntag! Also fuhr ich mit dem Chevy dort hin, Conrads Auto wurde dahin abgeschleppt. Soweit so gut. Die Reparatur am Chevy dauerte eine knappe Stunde. Natürlich habe ich jeden einzelnen Handgriff überwacht und die Jungs machten einen Super Job. Vielleicht sollte ich noch erwähnen dass die Garage eine Garage war, also keine Werkstatt!! Ich glaube wir würden dies als eine Hinterhofwerkstatt beschreiben. Eine kurze Testfahrt später war ich von der Arbeit überzeugt und wir hätten die Fahrt aufnehmen können. Hätte ich da gewusst was mir bevorsteht, ich wäre ohne zu zögern eingestiegen und losgefahren. Nur habe ich das nicht gemacht. Conrad's Auto war noch nicht fertig. Und wenn ich sage noch nicht fertig meine ich damit, dass sie noch gar nicht damit angefangen hatten! So entschloss ich mich auf ihn und sein Auto zu warten, während das Mechanikerauto dem Rest der Rally hinterher fuhr. Rod schickte ich mit dem Mechaniker mit. Der Plan war, dass Conrad und ich dann im Konvoi nach Villa Pehuenia fahren und so den Rest der Rally einholen würden. Mit den lokalen Mechanikern vereinbarten wir, dass sie solange arbeiten bis das Auto läuft, spätestens jedoch bis Mittags der folgenden Tages. So kam es dass wir nach Bariloche reinfuhren (mit dem Chevy) etwas assen und tranken. Dies im REstaurant "La Marmite". Als wir drinnen sassen und ich die Karte studierte kam mir vieles bekannt vor. Das Restaurant gehört einem Schweizer! Erst dann vielen mir die ganzen Kantonalwappen und Bilder an den Wänden auf. Ich bestellte ein Tournedos und es war das Beste Essen welches ich seit Monaten hatte!!! Gegen 22.40 Uhr gingen wir wieder zu den Mechanikern zurück. Der Motor war immer noch in Einzelteilen. Sie arbeiteten sehr gewissenhaft und sorgfältig, das konnte man mit einem Blick feststellen. Dies nahm natürlich auch Zeit in Anspruch. Conrad, wie auf heissen Kohlen, gefiel dies gar nicht. Er hätte lieber einen "quick fix" gehabt. Und bis zum nächsten Tag warten wollte er auch nicht. So kam der Entscheid, dass wir zusammen mit dem Chevy fahren und er den Alpha abholen lassen wird. Um 23 Uhr fuhren wir los. Wir wollten zuerst nicht die Originalroute nehmen, weil die Hälfte davon Schotterstrasse ist. Wir wollten den etwas längeren Weg auf dem Asphalt nehmen, die Ruta 40. Wir kamen gut voran. Um 3 Uhr nachts mussten wir tanken. so fuhren wir an die Tankstelle bei welcher alles dunkel aussah. die Idee war dass wir uns da hinstellen und wenn der erste Arbeiter kommt bekommen wir auch als Erste Benzin. Nachdem wir da eine knappe Minuten gestanden sind kam einer rausgerannt und hat uns bedient! Super. Und da wir so gut vorwärts gekommen sind haben wir uns entschieden, doch den Schotterweg zu nehmen. Bad idea...
So kam es dass wir in der Nacht die Schotterstrasse nahmen, was grundsätzlich kein Problem darstellen sollte. 100 Kilometer Schotterstrasse können uns nichts anhaben. Es kam anders. Nach etwa der Hälfte des Weges passierte es. Ein lautes Krachen gefolgt von zischendem Wasser. Blitzschnell schalltete ich den Motor aus und lies das Auto ausrollen. Einmal angehalten hörte man nur noch das letzte Zischen der Wassers welches den Kühlergrill auf eine nicht dafür vorgesehene Weise verlies. Im Auto suchte ich eine Taschenlampe und stieg langsam aus. Wie in Zeitlupe öffnete ich die Kühlerhaube. Irgendwo in meinem Inneren hoffte ich dass es nicht so schlimm sein wird wie ich annahm. Ich sollte mich täuschen. Ein Blatt des Ventilators war verbogen und hatte eine tiefe Furche in den Kühlergrill gefräst. Ein Blick genügte mir um zu Wissen dass es da absolut keine Heillung gab. So standen wir da, 4 Uhr Morgens, kaputtes Auto, kein Handyempfang für die Nächsten 50 Kilometer in jede Richtung, keinen Kühler mehr, keinen Plan. Dass die Milchstrasse am Himmel zum greifen Nah war spielte in diesem Moment keine, und wenn dann nur einen absolut untergeordnete Rolle. In den letzten Stunden hatten wir kein Auto mehr gesehen. Jetzt war ein kühler Kopf gefragt. Lieber wäre mir ein Kühler im Auto gewesen... So konnten wir auf keinen Fall weiter fahren.
Als erstes war mal eine Ursachenanalyse angesagt. Innert Kürze fand ich den Verursacher, ein Stein. Er hatte trotz eines Gitterschutzes den Weg zwischen Kühler und Ventilator gefunden um die Zerstörung einzuleiten. Ok, was machen wir jetzt. der eiskalte Wind brachte mich auf eine Idee. Ich verband die beiden Schläuche welche zum Kühlergrill führten direkt. So hatten wir wenigstens eine Wasserzirkulation, vielleicht würde dies ja reichen. Als der Motor abgekühlt war fuhren wir wieder los. Innert weniger Minuten war die Wassertemperatur jedoch wieder zu hoch. Also haben wir den kaputten Kühler ausgebaut, im Kofferraum verstaut und den Motor auskühlen lassen. Dann wieder losfahren. Nach 5 kilometern war die Temperatur jedoch wieder zu hoch. So machten wir dies 2-3 Mal, dann resignierten wir, wir gaben auf. Mit dieser Aktion hätten wir nur noch riskiert, den Motor zu schädigen. So kam es dann dass wir es uns im Chevy "gemütlich" machten und so gut es ging schliefen. Morgens nach 7 Uhr fuhren die ersten Autos vorbei, jedoch in die falsche Richtung. Es dauerte bis fast 8 Uhr bis jemand aus der "richtigen" Richtung kam der uns auch halbwegs verstand. Conrad ging dann mit ihm zum 50 Kilometer entfernten Aluminé mit. Dort hat er ein Abschleppfahrzeug aufgetrieben. Fast drei Stunden nachdem er gegangen war, war er mit dem Schlepper wieder hier. In der Zwischenzeit hatte ich das Auto doch nochmals bewegt, jedoch nur um indie Sonne zu fahren.
In Aluminé angekommen fuhr uns der Schlepperfahrer zu einer Werkstätte und lud das Auto ab. Der Inhaber der Werkstatt schaute sich das Desaster an, machte ein paar Anrufe, Vermass den Platz wo der Kühler war und bestätigte mir dann dass er helfen kann. Er fand einen alten Fordkühler der passen sollte. Er würde ihn dann nach 16 uhr einbauen, da jetzt, bereits schon 12.30 Uhr, Mittagspause wäre. Nach einigem hin und her konnten wir ihn dann doch überzeugen durch zu arbeiten. Zwischenzeitlich gingen wir etwas spazieren, essen, Geld vom Bancomat beziehen und schauten ihm dann bei der Arbeit auf die Finger. Er arbeitete schnell und sauber. Um 16 Uhr lief der Chevy wieder und fühlte sich mit seinem "neuen" Kühler wohl. Endlich konnten wir die Fahrt wieder aufnehmen. Da wieder ein Tag verging mussten wir bereits zwei Tage aufholen. Unnötig zu erwähnen dass dieser Tag der längste noch verbleibende Fahrtag war... Ab jetzt ging alles glatt. Um 5 Uhr früh holten wir dann die Anderen ein. Einige wenige Stunden Schlaf und schon gings wieder weiter nach Mendoza.
Diese Fahrt verlief problemlos, das Auto verrichtete seine Arbeit und im Nu trafen wir in Mendoza ein. Unterwegs wurde ich jedoch noch von der Polizei aufgehalten. Weshalb? Ich hatte eine doppelte Sicherheitslinie beim Überholen überfahren. Das machen hier alle, vermutlich einfach nicht vor der Polizei. Als es mich zur Seite winkte musste ich weshalb. Ich tat was jeder in dieser Situation machen würde, ich habe mich dumm gestellt. Plötzlich verstand ich absolut kein spanisch und hatte keine Ahnung was er von mir wollte. Nach einigem hin und her lies ich mich überzeugen dass er die Papiere sehen will. Die bekam er auch zu sehen, hatte jedoch keinen Plan was er da in den Händen hielt. Er bedeutete mir mit ihm zu kommen. In seinem Kabäuschen angekommen setzten wir uns hin und er redete in einem Schwall auf mich ein. Dann nahm er ein Formular hervor mit vorgedruckten Bussen. Die Bussen für leichte, mittlere, schwere und ganz schwere Vergehen waren in einer Tabelle aufgeführt. Dort deutete er auf eine Busse von 1'500 Pesos was umgerechnet 410 CHF sind. Wieder gab ich mich ahnungslos. Er gab mir zu verstehen dass ich in die STadt zurückfahren sollte, das Geld von der Bank abholen und die Busse bezahlen, sonst würde er mir meinen Ausweis nicht mehr geben. What? Ich verstand kein Wort. Immernoch redete er in spanisch auf mich ein. Genug ist genug, dachte ich mir und jetzt antwortete ich ihm in meinem besten Schweizdeutsch. Ich sagte ihm dass ich die Busse etwas hoch fand. Ehrlich gesagt, für diese Aussage verwendete ich andere Worte... Jetzt machte es auch bei ihm Klick und er hörte auf zu reden. Ich zeigte auf die 1'500 Pesos Busse und sagte ziemlich bestimmt "No". Langsam merkte er dass ich mich nicht einschüchtern lies. Es ging dann auch nicht lange bis er auf einen Betrag von 735 Pesos zeigte. Er wollte verhandeln. Mein Gegenvorschlag fiel etwas bescheidener aus, ich zeigte auf 150 Pesos. Er nahm dann einen Schreiber zur Hand und kritzelte eine 300 auf die Unterlage des Bussenblockes. Ein faires Angebot, dachte ich mir und gab ihm 200 Pesos, einen Händedruck, nahm mir einem Papiere und zog von dannen. Das Geld verschwand natürlich ein seiner Hosentasche und ich veschwand mit dem Auto. Wären doch in der Schweiz die Polizisten auch so flexibel und man könnte bei den Bussen verhandeln...
Morgen ist der letzte Tag. Wir fahren nach Valparaiso und verladen die Autos. Mit der Fahrt ist einer letzter Grenzübergang verbunden, dann haben wir es geschafft.
Sonntag, 14. März 2010 - 13:06 Uhr
Der ganz normale Wahnsinn

Km heute: 145
Km total: 7809
Es begann alles fast normal. Das Wetter spielte nicht ganz mit. Ein eisiger Wind rüttelte am Auto und der Himmel hatte sein graues Kleid angezogen. So fuhren wir unseres Weges, das neue Radlager tat seine Arbeit und wir kamen gut voran. Wir haben einmal mehr die "scenic route" gewählt. Sie führt wieder durch Wälder, an Seen vorbei und ich dachte, was soll ich wohl im Blog schreiben. Wird langsam langweilig. Und dann passierte es. Eine Radkappe löste sich, kein Problem. Habe angehalten, sie aufgehoben. Dann sah Rod noch eine kleine Metallkappe und fragte, ob dies auch zu uns gehört. Ich habe sofort erkannt dass diese die Kappe für das Ende der Radnabe ist. In dieser Kappe war auch eine Mutter und dies lies mich ziemlich erschauern. Das kann nichts gutes bedeuten. Zurück beim Auto habe ich gesehen, dass das neue Radlager freilag und das Rad fast abgefallen war!!! Zum Glück sind wir nicht schneller gefahren, sonst wäre es wohl nicht so glimpflich verlaufen. Also Auto auf einen Pakplatz, resp. Ausbuchtung, dann wollte ich das Ganze wieder zusammenbauen. Und genau da offenbarte sich das ganze Desaster. Das Radlager welches der Mechaniker eingebaut hatte passt nicht 100%! So konnte er die Radmutter nicht richtig anziehen, dadurch konnte er auch nicht den Sicherungsstift richtig einführen. Dies führte dazu, dass sich die Radmutter und der Spannung des "wabbelnden" Rades löste (Sicherungsstift brach). Es ist wohl unnötig zu bemerken dass dies alles auf einer Schotterstrasse passierte! Vielleicht hätte ich es auf dem Alphalt merken können, aber auf Schotter... Natürlich gabs da keinen Handyempfang. Aber Glück im Unglück, es waren Strassenarbeiter da. Ihr Chef kam dann zu uns und bot seine Hilfe an. So brachte er uns zurück ins letzte Dorf vor dem Schotter. Dort versuchten wir Ersatz zu bekommen. Naja, es war Samstag nachmittag, fast alles zu. Nach 4 Versuchen haben wir dann eindlich einen Abschlepper gefunden. Der holte dann das Auto ab. Wir sollten wieder zurück in unser Ausgangshotel in Llao Llao, das Auto auch. Passend zu den Umständen hatte die Tochter des Fahrers des Abschleppers an diesem Tag Geburtstag und deshalb konnte er das Auto nicht bis Llao Llao bringen. Es sollte heut eum 11 Uhr kommen. Im Hotel in Llao Llao sagten sie uns dann, dass sie ausgebucht sind! So mussten wir dann noch einen Unterkunft suchen welche wir in einer kleinen Herberge mit zwei Zimmern gefunden haben. War wirklich schön...
Jetzt warten wir aufs Auto und schauen ob wir da etwas machen können. Wenn ja, dann fahren wir wieder los. Zum Glück sind Gestern und Heute nur relativ kurze Fahrtage (jeweils etwas über 200km) und das könnten wir in einem Tag aufholen...
Ich habe meine Lektion gelernt, wenn jemand an meinen Auto arbeitet werde ich in Zukunft dabei sein und jeden Handgriff überwachen, wenn ich es nicht selber mache!!!
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